Optima analoger Film-Apparat

Ich fand Fotografieren schon immer toll, denn dabei bietet es einem die Möglichkeit einen Moment oder einen Augenblick zu erhaschen und diesen festzuhalten. Meine Hommage an die Optima.
Fotografieren Analog zu Digital
Nur ich hatte - habe - keine Ahnung wie man richtig fotografiert. Eigentlich weiss ich das bis heute nicht. Während mein Vater ein ambitionierter Analog-Freizeitfotoknipser war und ich damals seine Spiegelreflex mit wirklich spannenden Objektiven ausleihen durfte, habe ich die Grundzüge nie erlernt. Für mich galt: Im Automatikmodus (P) selbstredend funktioniert es, denn das andere Fotografieren umfasst Technik und Wissen.
Später kamen auch bei mir die kompakten Ferienkameras und bald war es mit Analog in Farbe und Schwarz-Weiss dann irgendwann vorbei.

Digital ist vermeintlich einfacher und sofort verfügbar. Es spielte dank Speicherkarten auch keine Rolle mehr, dass früher nur 24 oder 36 Fotos pro Film möglich waren. Plötzlich wurde geknipst und festgehalten, verewigt und abgelegt. Und möglicherweise vergessen...

Noch heute fotografiere ich im Urlaub gerne mit einer praktischen Digital-Kompakten mit etwas Zoom beim Objektiv, weil mir die Farben der Bilder gefallen. Das Teil kann vieles und für meine Augen reicht es vollkommen im Automatikmodus. Wow, was für wunderbare Bilder, einfach toll. Besser kann es wohl nur ein Profi;-)
Die Digitalkompakte ist mein Alternativkompromiss, auch was Gewicht und Bild anbelangt.

Gerade in den Ferien, bei Anlässen oder unterwegs ist heute mein Mittelklass-Handy mittlerweilen allgegenwärtig, schnell gezückt und das Gewünschte festgehalten, das Bild eingesaugt in die Cloud und überall verfügbar und doch womöglich in der Fotoflut vergessen. Moderne Technik ist schon sensationell.
Inspiration zum Perspektivenwechsel
Ein Arbeitskollege war im Sommer 2025 an einer Fotovernissage. Danach war er sehr ausprägt inspiriert von der Fotografie als Kunstform. Analog und schwarz-weiss musste es für ihn sein, alles möglichst selbst tun (können) und erst noch kunstvoll sein.
Er begann sich nach Jahren der Abstinenz wieder eingehend für die analoge Fotografie zu interessieren. Wer den genannten Menschen etwas kennt, der weiss, dass er über einen ansteckenden Enthusiasmus verfügt und diesen auch zu verbreiten vermag.
Analoge Fotografie, wie spannend ist das denn? Gibts das noch, und wie ist das heute? Kunststück, seine Begeisterung schwappte fast umgehend auf mich über.
Begeistert über die Rückbesinnung auf die Zeit, wo analoges Fotografieren die einzige Möglichkeit der Bilderfassung für Personen aus dem Alltag war, las ich mich auch wieder etwas ein und wir steigerten uns gegenseitig in eine längst vergessen geglaubte Welt.
Die Optima als neo-analoger Durchblick
Es gibt unzählige Kompaktkameras auf dem Markt. Doch seit ich bei meinem oberwähnten Kollegen die mir bislang unbekannte Optima Kompaktkamera das erste Mal sah, war ich begeistert und ja fast gefesselt. Ich wollte auch eine haben und kaufte mir via Internet in einem regionalen Fotohaus eine gebrauchte Agfa Optima 1035 zu einem wirklich bezahlbaren Preis.
Ich mag das kompakte Design der Agfa Optima 1035 aus den 1970er Jahren, das mich irgendwie an eine moderne Interpretation von industriellem Minimal-Bauhaus erinnert, die Kompaktheit und Linienführung des kubischen und doch eleganten Designs, die zielführende Funktionsbezogenheit und damit die Reduktion aufs Wesentliche.

Die Linsen der Kamera teilweise sauber, teils alt, doch obwohl meine zwischenzeitlich fünf 1035er Optimas mindestens 40 Jahre alt sind, sind alle voll funktionstüchtig und nutzbar. Ich will es genau so, weil die Optima mir gut in der Hand liegt.
Im Laufe der Wochen und Monate begannen mein Arbeitskollege und ich einen analog geprägten Begeisterungssturm, der sowohl fotografische Geistesblitze als auch mögliche Einstellungen und Bild-Techniken umfasste. Wir tauschten die Erkenntnisse unserer ersten analogen Fotos der 2025er Jahre aus.
Die Ergebnisse, die wie bei mir aus dem sorgfältig ausgewählten Foto-Labor aus derHülse mit Film zu vollständigen Aufnahmen sich verwandeln. Es zeigten sich einfache, aber mit Muse und Begeisterung entstandene Fotografien. Aller Anfang ist schwer, meine ersten Bilder sind in diesem Beitrag eingeflochten. Die analoge Welt hat mich wieder eingeholt.
Wie fühlt sich die Agfa Optima 1035 an?
Ich experimentiere und probiere aus, spiele mit den Abständen vom Objektiv zum Ziel, welche nebst dem Selbstauslöser die einzigen einstellbaren Funktionsmöglichkeiten der Kamera bilden. Dabei erfasse ich, blickwinkle und schaue gebannt durch den Sucher, der wie eine rechteckige Welterfassung wirkt und mich während die Zielfindung fokussieren lässt. Ich peile und ziele an.

So tippe ich leicht auf den roten Knopf. Mein Blick und Höhe im Sucher unverändert, ein sanftes Hinein-Drücken auf den roten Knopf und es folgt unmittelbar ein kurzes, mechanisches Klicken, ein Schnappen, dieses spezielle Geräusch, dass das Gesehene auf den Film festzuhalten ermöglicht.
Vorausgesetzt man entfernt zuvor den Schutzdeckel vom Objektiv, was ich tatsächlich vor lauter Eifer schon vergessen hatte.

Ist die Foto gemacht, erhält der Begriff "die Foto ist im Kasten" wieder seine sprichwörtliche Bedeutung zurück. Anschliessend den Film mit dem Hebel beim roten Knopf um ein nächstes Foto-Bild aufziehen. Das Spiel um Ziel und Bann beginnt neu.
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